(in vorbereitung des workshops am ttj)
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http://postcardsgods.blogspot.com/2011/05/narrative-and-story.html
first of all: this is a very interesting debate going on here. second: I will post a long comment, concerning different arguments of the ongoing discussion (@ Ian Shuttleworth/ @Tony Adams/ @ Glyn Cannon/ @Isaac Butleret. al) - but I will do this in German, because my English, especially my academic English is not good enough for thi - I'm really sorry and I hope somebody will use ortranslate parts of it.
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die linie der argumentation könnte so aussehen:
- zunächst einmal müsste klar zwischen rezeptionsästhetik und
werk-/aufführungs- oder textästhetik unterschieden werden: selbstverständlich
ist es so, dass sich über jede aufführung und jedes stück "erzählen"
lässt ("gestern war ich im theater. das licht ging an und beschien
eine weisse fläche, die im bühnenraum hing. sonst geschah nichts. irgendwann
wurden die leute unruhig - die fläche störte das allerdings überhaupt nicht -
mich hat die konzentration, leichtigkeit und spannung, mit der die läche dort
hing sehr beeindruckt..." usw.: diese art von erzählung lässt sich
trefflich mit labovs sozio-linguistischem erzählmodell
analysieren). und: auch kunstwerke, die narrative elemente enthalten, müssen
nicht unbedingt narrativ rezepiert werden (aristoteles ordnet die platonischen
dialoge dem drama zu - das mal als historische relativierung der diskussion -
und zb. das symposion enthält auch narrative elemente - man muss nur mal den
anfang lesen. barthes beginnt "die helle
kammer" sogar mit: "eines
tages, als ich das photo von X. betrachtete..."). anders formuliert: auch
über das lesen von wittgensteins notizbüchern kann ich geschichten erzählen -
das macht aber aus wittgensteins notizbüchern noch keinen narrativen text. und
wittgensteins notizbücher enhalten narrative elemente - das macht aus ihnen
noch keine erzählung.
- @ Ian Shuttleworth/ @ Tony Adams/ @ Glyn Cannon die ganze mind-script-geschichte (jede folge
von ereignisse verknüpft "das gehirn" zu einer geschichte...) gibt
gar keine antwort (über die mögliche struktur des kunstwerkes) - ansonsten
würden es gar keinen sinn machen, zwischen narrativen- und nicht-narrativen
strukturen zu unterscheiden.
- selbst der soziolinguist labov weiss, dass narration von evaluation geprägt
ist, d.h. von antworten nicht auf die fragen "und dann?" oder
"was,wann, wo?", sondern auf antworten auf die replik: "na
und?"
- dann wäre zwischen
"fiktionstheorie" und "narrationstheorie" zu unterscheiden.
es gibt ja auch narrationen, die nicht fiktiv sind (die zb., die labov untersucht hat), oder
fiktionen, die nicht narrativ sind (letzteres bezweifeln manche. beispiele
dafür wären nach bunia die theorie der
imaginären zahlen in der mathematik oder die fiktiven fälle der juristik:
"wenn der erbberechtigte zum zeitpunkt des erbfalls noch nicht geboren,
aber bereits gezeugt ist, gilt er als..." vgl. bunia : faltungen
). mein eindruck ist, dass das über den unscharfen begriff der story
zustandekommt (@Isaac Butler/ @ Samantha Ellis/ @ Leo) (story im sinne von
fiktion oder story im sinne von narration?). und man muss das nochmal klar
trennen.
- und schliesslich wäre eine klärung des narrationsbegriffes notwendig, z.b.
anhand chatman
"coming
to terms", oder chatmans "story
and discourse". chatman unterscheidet zwischen "story" und
"discourse" - wobei "story" das WAS der darstellung mit der
ihrigen zeitstruktur bezeichnet, und "discourse" den darstellungsmodus
mit seiner zeitstruktur. narration ist dann, wo diese "doubly temporal
logic" anzutreffen ist und beide zeitbenen (erzählte zeit und erzählzeit,
oder genauer: zeit der darstellung und zeit des darstellungsmodus/ )
unterscheidbar sind (bei bunia : faltungen
gibt es eine schöne erläuterung dazu anhand von becketts krapp).
darstellung keine zeitstruktur hat (also zb etwas dargestellt wird, dass
keine zeitstruktur hat - zb "die kritik der urteilskraft"), oder der
darstellungsmodus keine zeitstruktur, oder keines von beiden, oder beide nicht
unterschieden werden.
- und wenn man soweit wäre, dann käme man sehr schnell darauf, dass viele
theatertexte in sich viele NICHT-narrative strukturen haben (wie auch narrative
strukturen). und die könnte man suchen: bei skakespeare, bei cechov...
so ungefähr. schade, englisch müsste man können - mehr können, als es nur lesen
zu können...