«Wir behaupten, die Welt sei überkomplex und unübersichtlich, und was wir dabei, nebenher und klammheimlich behaupten, ist, dass wir selbst ohnmächtig und hilflos seien. Vielleicht ist das überhaupt der Zweck der ganzen Komplexitäts-Klage: dass sie uns entbindet davon, etwas zu tun.»(Emcke, S. XX).
«Es ist ein offenes, beschämendes Geheimnis unserer Halbwissensgesellschaft, … dass, … wenn wir verstockt weitermachen wie bisher, wir in zielsicherer Ignoranz auf die Brandmauern des planetarischen Systems zu [steuern].» (Schellnhuber, S. XX).
«Wir können … nicht länger behaupten, wir wüssten nicht, wovon jedermann weiss, dass wir es wissen. Selbst wenn jeder über eine unerquickliche Tatsache Bescheid weiss, ändert sich alles, wenn dies laut ausgesprochen wird. […].» (Zizek, S. XX)
«Behinderung, Verleumdung und Missbrauch des Denkens […] wirken nicht in den Kellern der Inquisition, und sie werden nicht in geheimen Kommandozentralen gesteuert. Sie sind demokratisch, menschlich und transparent.» ( Metz/Seesslen, S. XX).
«Ideologien, die den öffentlichen Gebrauch der Vernunft fortwährend behindern, haben ihre Gestalt und ihre innere Zusammensetzung verändert; … sie haben …in ihrer das Bewusstsein trübenen Funktion Kraftquellen erschlossen, die Opfer zu Mittätern machen. […] (Negt, S. XX).»
«Die meisten … von den autorisierten Vergnügungen, welche uns die marktwirtschaftliche Demokratie zugesteht, … könnten mit Leichtigkeit ihren absurden Charakter ablegen und zu mehr als nur Vergnügungen werden.» (Der Kommende Aufstand, S. XX).
«In the world as it is now, … let’s face that fact head-on.» (Singer, S. XX)
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Dr. Stockmann, Badearzt eines Kurortes, entdeckt, dass die Gerbereien über der Stadt das Wasser verunreinigen und die Badegäste einer «permanenten Vergiftung ausgesetzt» sind. Der Bürgermeister
der Stadt, Bruder des Arztes, will dies verheimlichen.
Nachdem Bürger und Presse des Ortes zunächst dem Arzt ihre «Unterstützung» antragen, wendet sich das Blatt rasch, als der Bürgermeister erklärt, die «Teilhaber des Bades» würden «die Kosten für eine Sanierung nicht tragen», eine «allgemeine Steuererhöhung sei unvermeidlich» in diesem Falle, und eine Schliessung des Bades «vernichte den wirtschaftlichen Aufschwung».
Dr. Stockmann wird zum Volksfeind, und seine Untersuchungsergebnisse für unglaubhaft erklärt. Gleichzeitig werden over the counter die Anteilsscheine des Kurbades zu Schleuderpreisen verkauft.
«Ein Volksfeind» trägt Züge einer Groteske, und ist auch als Antwort Ibsens auf die Skandalisierung seiner vorhergehenden Stücke verstanden worden (Obwohl Ibsen geäussert hat,
nicht mit Dr. Stockmann identisch zu sein, im Gegensatz zu diesem nie eine Wahrheit verkündet zu haben, und überdies für seine Figuren nicht die Verantwortung zu tragen). Beispielsweise
tragen die Figuren satirische Namen (Der Redakteur «Hovstad», der Buchdrucker «Aslaksen», die Brüder «Stockmann»), und sind typenhaft gezeichnet. Das «analytische Gesellschaftsdrama» (für das Ibsen berühmt wurde), bei dem ein in der Vergangenheit liegender, meist familiär-psychologischer Konflikt sich über das Stück hinweg enthüllt, findet sich im «Volksfeind» kaum. Ganz im Gegenteil: «die Sache» ist nach kürzester Zeit «eindeutig».
Henrik Ibsen (1828–1906) gilt als einer der Begründer der modernen Dramatik. Aus einer alten norwegischen Kaufmannsfamilie stammend, machte er nach dem Bankrott des Vaters eine Ausbildung zum Apotheker. Nach ersten Erfolgen als Theaterleiter und Dramatiker verbrachte Ibsen mehr als ein Drittel seines Lebens im «freiwilligen Exil» in Italien und
Deutschland.
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Ein Volksfeind
— nach Henrik Ibsen —
Regie: Simon Solberg
Bühne: Maren Greinke
Kostüme: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Ole Georg Graf
Mit: Inga Eickemeier, Florian Müller-Morungen, Martin Hug, Roland Bayer, Andreas Tobias, Nicole Coulibaly, Dirk Glodde
- sowie zahlreichen Investoren und stillen Teilhabern, denen das Kurbad gehört und und ungenannt bleiben wollen
Premiere am 23. September 2011, THEATER BASEL, Schauspielhaus --> http://theater-basel.ch/spielplan/stueck.cfm?s_nr=4559
«Es ist ein offenes, beschämendes Geheimnis unserer Halbwissensgesellschaft, … dass, … wenn wir verstockt weitermachen wie bisher, wir in zielsicherer Ignoranz auf die Brandmauern des planetarischen Systems zu [steuern].» (Schellnhuber, S. XX).
«Wir können … nicht länger behaupten, wir wüssten nicht, wovon jedermann weiss, dass wir es wissen. Selbst wenn jeder über eine unerquickliche Tatsache Bescheid weiss, ändert sich alles, wenn dies laut ausgesprochen wird. […].» (Zizek, S. XX)
«Behinderung, Verleumdung und Missbrauch des Denkens […] wirken nicht in den Kellern der Inquisition, und sie werden nicht in geheimen Kommandozentralen gesteuert. Sie sind demokratisch, menschlich und transparent.» ( Metz/Seesslen, S. XX).
«Ideologien, die den öffentlichen Gebrauch der Vernunft fortwährend behindern, haben ihre Gestalt und ihre innere Zusammensetzung verändert; … sie haben …in ihrer das Bewusstsein trübenen Funktion Kraftquellen erschlossen, die Opfer zu Mittätern machen. […] (Negt, S. XX).»
«Die meisten … von den autorisierten Vergnügungen, welche uns die marktwirtschaftliche Demokratie zugesteht, … könnten mit Leichtigkeit ihren absurden Charakter ablegen und zu mehr als nur Vergnügungen werden.» (Der Kommende Aufstand, S. XX).
«In the world as it is now, … let’s face that fact head-on.» (Singer, S. XX)
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Dr. Stockmann, Badearzt eines Kurortes, entdeckt, dass die Gerbereien über der Stadt das Wasser verunreinigen und die Badegäste einer «permanenten Vergiftung ausgesetzt» sind. Der Bürgermeister
der Stadt, Bruder des Arztes, will dies verheimlichen.
Nachdem Bürger und Presse des Ortes zunächst dem Arzt ihre «Unterstützung» antragen, wendet sich das Blatt rasch, als der Bürgermeister erklärt, die «Teilhaber des Bades» würden «die Kosten für eine Sanierung nicht tragen», eine «allgemeine Steuererhöhung sei unvermeidlich» in diesem Falle, und eine Schliessung des Bades «vernichte den wirtschaftlichen Aufschwung».
Dr. Stockmann wird zum Volksfeind, und seine Untersuchungsergebnisse für unglaubhaft erklärt. Gleichzeitig werden over the counter die Anteilsscheine des Kurbades zu Schleuderpreisen verkauft.
«Ein Volksfeind» trägt Züge einer Groteske, und ist auch als Antwort Ibsens auf die Skandalisierung seiner vorhergehenden Stücke verstanden worden (Obwohl Ibsen geäussert hat,
nicht mit Dr. Stockmann identisch zu sein, im Gegensatz zu diesem nie eine Wahrheit verkündet zu haben, und überdies für seine Figuren nicht die Verantwortung zu tragen). Beispielsweise
tragen die Figuren satirische Namen (Der Redakteur «Hovstad», der Buchdrucker «Aslaksen», die Brüder «Stockmann»), und sind typenhaft gezeichnet. Das «analytische Gesellschaftsdrama» (für das Ibsen berühmt wurde), bei dem ein in der Vergangenheit liegender, meist familiär-psychologischer Konflikt sich über das Stück hinweg enthüllt, findet sich im «Volksfeind» kaum. Ganz im Gegenteil: «die Sache» ist nach kürzester Zeit «eindeutig».
Henrik Ibsen (1828–1906) gilt als einer der Begründer der modernen Dramatik. Aus einer alten norwegischen Kaufmannsfamilie stammend, machte er nach dem Bankrott des Vaters eine Ausbildung zum Apotheker. Nach ersten Erfolgen als Theaterleiter und Dramatiker verbrachte Ibsen mehr als ein Drittel seines Lebens im «freiwilligen Exil» in Italien und
Deutschland.
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Ein Volksfeind
— nach Henrik Ibsen —
Regie: Simon Solberg
Bühne: Maren Greinke
Kostüme: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Ole Georg Graf
Mit: Inga Eickemeier, Florian Müller-Morungen, Martin Hug, Roland Bayer, Andreas Tobias, Nicole Coulibaly, Dirk Glodde
- sowie zahlreichen Investoren und stillen Teilhabern, denen das Kurbad gehört und und ungenannt bleiben wollen
Premiere am 23. September 2011, THEATER BASEL, Schauspielhaus --> http://theater-basel.ch/spielplan/stueck.cfm?s_nr=4559